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Lektion 5 · Flugleistung & Flugplanung

Landeleistung

Anfluggeschwindigkeit, Landestrecke und die Faktoren, die den Start spiegeln — und umkehren — EASA-PPL-Theorie (Deutschland & Österreich)

⏱ ~20 Min. ✈ SEP · VFR 📋 EASA Part-FCL

1 — Was die Landestrecke misst

Die Landestrecke ist das Startdiagramm rückwärts. Sie beginnt am 50-ft-Hindernis im kurzen Endanflug und endet dort, wo das Flugzeug zum Stillstand kommt.

Die zwei Teile der Landestrecke
Erforderliche Landestrecke (ab 50 ft bis zum Stillstand) Landerollstrecke 50-ft-Hindernis Aufsetzpunkt Luftstrecke Anflug

Sie hat zwei Teile: die Luftstrecke — vom Hindernis über Abfangen und Schweben bis zum Aufsetzen — und die Landerollstrecke — vom Aufsetzen bis zum Stillstand unter Bremsung. Wie beim Start meint „Landestrecke“ die Gesamtstrecke vom 50-ft-Hindernis bis zum Stillstand, nicht nur die Rollstrecke.

EASA-Prüfungsfalle
Die „erforderliche Landestrecke (LDR)“ ist das Ganze — über das 50-ft-Hindernis, Abfangen, Aufsetzen und Bremsen bis zum Stillstand. Die Landerollstrecke allein ist immer kürzer. Lies, welche von beiden die Frage meint.

2 — Die Anfluggeschwindigkeit ist alles

Anders als beim Start ist der größte Hebel, den der Pilot bei der Landung in der Hand hat, die Anfluggeschwindigkeit. Das Ziel ist VREF ≈ 1,3 × VS0 (das 1,3-Fache der Überziehgeschwindigkeit in Landekonfiguration) — und die Pistenschwelle in 50 ft genau auf dieser Geschwindigkeit zu überfliegen.

Trägst du überhöhte Geschwindigkeit herein, muss diese Energie irgendwohin: Das Flugzeug schwebt die Piste entlang und will sich nicht setzen — und jeder geschwebte Meter ist Piste, die dir zum Anhalten fehlt. Da die Bewegungsenergie mit dem Quadrat der Geschwindigkeit wächst, kostet ein kleiner Überschuss eine große Strecke.

Jeder Knoten zählt
Eine Faustregel: etwa +3 % Landestrecke pro Knoten überhöhter Anfluggeschwindigkeit — rund +10 % Geschwindigkeit → +20–30 % Strecke. Zu schnell und zu lang? Durchstarten. Ein Durchstarten ist kostenlos, ein Überrollen nicht.

Eselsbrücke
Beim Start geht es darum, abzuheben; bei der Landung darum, zum Stehen zu kommen. Geschwindigkeit und Energie, die dir beim Fliegen halfen, sind jetzt der Feind — beherrsche sie im Anflug, nicht erst nach dem Aufsetzen.

3 — Die Faktoren — und die Neigungs-Falle

Wind, Belag und Dichtehöhe wirken bei der Landung in dieselbe Richtung wie beim Start: Gegenwind verkürzt, Rückenwind verlängert, Gras und nasse Beläge verlängern, und hohe Dichtehöhe erhöht deine wahre Geschwindigkeit beim Aufsetzen, sodass die Rollstrecke länger wird. Ein Faktor jedoch kehrt sich um.

Standard-Korrekturfaktoren für die Landung
Gegenwind (pro 10 kt)
-10%
Rückenwind (pro 10 kt)
+20%
Trockener Grasbelag
+15%
Nasses Gras / nasse Piste
+25%
Gefälle (pro 1 %)
+10%
Steigung (pro 1 %)
-5%
Überhöhte Anfluggeschwindigkeit (pro 10 kt)
+30%

Die Neigung kehrt sich für die Landung um
Beim Start ist die Steigung die Strafe. Bei der Landung ist es umgekehrt: ein Gefälle verlängert die Landung (die Schwerkraft zieht dich mit, und die Bremswirkung ist geringer), während eine Steigung beim Anhalten hilft. Derselbe Hang, entgegengesetzte Wirkung.

Nasse Pisten beißen doppelt
Ein nasser Belag verlängert die Rollstrecke durch schlechtere Bremswirkung, und oberhalb einer Grenzgeschwindigkeit kann Wasser die Reifen vom Belag abheben — Aquaplaning — mit nahezu null Brems- und Lenkwirkung. Nasses Gras ist noch schlimmer.

4 — Baue deine Landung

Stell die Bedingungen ein und beobachte, wie sich jede Korrektur auf die Basisstrecke stapelt. Beachte, dass der Neigungsregler anders herum wirkt als im Start-Baukasten aus Lektion 2.

Baue dein Landeszenario
Aufschlüsselung der Strecke
Nur Basis
Mit Korrekturen

5 — Rechenbeispiel & der Sicherheitsfaktor

Gegeben Flugplatzhöhe 2.000 ft · QNH 1013 · OAT ISA +10 · 10 kt Rückenwind · trocken befestigt · 2 % Gefälle · auf Geschwindigkeit:

  1. Basis: Druckhöhe 2.000 ft, ISA +10 → 485 m (aus dem Diagramm).
  2. Rückenwind 10 kt: +20 % → 485 × 1,20 = 582 m.
  3. Gefälle 2 %: +20 % (≈ 10 % pro 1 %, und es verlängert bei der Landung) → 582 × 1,20 ≈ 700 m.

Das ist eine Zunahme um 44 % gegenüber dem Basiswert — allein durch zwei Faktoren.

Den Sicherheitsfaktor dazurechnen
Die Handbuchwerte setzen einen geübten Piloten voraus, auf Geschwindigkeit, mit voller Bremsung auf trockenem Belag. Die reale Planung legt einen Zuschlag drauf — üblich ist der Faktor ×1,43 (die Piste sollte ≥ 1,43 × die nachgewiesene Landestrecke sein). Prüfe immer, dass die erforderliche Landestrecke (LDR) mit Reserve in die verfügbare Landestrecke (LDA) passt.

Wissenscheck

Frage 1
Eine Piste hat 2 % Gefälle. Für die Landung bedeutet das:
Frage 2
Die Ziel-Anfluggeschwindigkeit V_REF eines einmotorigen Flugzeugs beträgt etwa:
Frage 3
Die Pistenschwelle 10 kt zu schnell zu überfliegen bewirkt vor allem:
Frage 4
Basis-Landestrecke 410 m, 10 kt Rückenwind (≈ +20 %). Korrigierte Strecke?
Frage 5
Welches Szenario braucht die längste Landestrecke?

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