1 — Zwei Arten, einen Steigflug zu messen
Ein Steigflug lässt sich auf zwei völlig verschiedene Arten beschreiben — sie zu verwechseln ist der häufigste Fehler bei der Steigleistung.
Die Steigrate ist der Höhengewinn pro Minute (ft/min — was das VSI zeigt): gut für „Wie lange bis zur Reiseflughöhe?“. Der Steigwinkel (Gradient) ist der Höhengewinn pro Horizontalstrecke (ft/NM oder %): gut für „Komme ich über den Grat?“. Bei gleicher Rate macht ein schnelleres Fliegen über Grund den Pfad flacher — deshalb fliegt man Hindernis-Steigflüge langsam.
2 — Die zwei Steiggeschwindigkeiten: Vx und Vy
Vx (bester Winkel) liefert den größten Höhengewinn pro Horizontalstrecke — den steilsten Pfad, zum Überfliegen von Hindernissen. Es ist die langsamere Geschwindigkeit. Vy (beste Rate) liefert den größten Höhengewinn pro Minute — erreicht die Höhe in der kürzesten Zeit. Es ist die schnellere Geschwindigkeit.
3 — Was dich wirklich steigen lässt: Leistungsüberschuss
Ein Flugzeug steigt, indem es überschüssige Triebwerksleistung in Höhe umsetzt.
4 — Dichtehöhe & die Gipfelhöhe
Hohe Dichtehöhe raubt Triebwerk und Tragfläche Leistung, verringert die Steigrate und senkt die Gipfelhöhe. Erkunde es:
5 — Rechenbeispiel (im Prüfungsstil)
Im Steigflug durch 4.000 ft PA, OAT +13 °C, POH-ROC 500 ft/min, Geschwindigkeit über Grund 75 kt:
- ISA auf 4.000 ft = 15 − 8 = 7 °C.
- ISA-Abweichung = 13 − 7 = ISA +6.
- Rate → Gradient: in einer Minute legst du bei 75 kt 75 ÷ 60 = 1,25 NM zurück und gewinnst 500 ft.
- Gradient = 500 ÷ 1,25 = 400 ft/NM (≈ 6,6 %).