1 — Aus vier Fertigkeiten ein Plan
Jede Lektion im Planungsteil hat ein Teilstück gelöst. Der Abschluss fügt sie zu dem einen Produkt zusammen, das ein Pilot tatsächlich zum Flugzeug mitnimmt: ein Flugplan, der zeigt, dass du die Strecke sicher, legal und mit Kraftstoff in Reserve fliegen kannst. Die Teile greifen in einer sinnvollen Reihenfolge ineinander:
- 1 Masse & SchwerpunktLektion 6Innerhalb des Schwerpunktbereichs und unter der höchstzulässigen Startmasse beladen.
- 2 FlugleistungLektionen 2 & 5Start- und Landestrecken gegen die genutzten Pisten prüfen.
- 3 Route & ReiseflughöheLektion 8Die Teilstrecken zeichnen; je missweisendem Kurs eine VFR-Reiseflughöhe wählen.
- 4 FlugdurchführungsplanLektion 9Winddreieck → Steuerkurs, Geschwindigkeit über Grund und Zeit je Teilstrecke.
- 5 KraftstoffLektion 7Strecke + Zusatz + Ausweich + Endreserve, gegen den ausfliegbaren Kraftstoff geprüft.
- 6 Letzte PrüfungenVorflugWetter, NOTAM, Landemasse — dann eine klare Go-/No-go-Entscheidung.
Nichts davon ist neu — es sind Masse & Schwerpunkt (Lektion 6), Flugleistung (Lektionen 2 & 5), Reiseflughöhen (Lektion 8), der Flugdurchführungsplan (Lektion 9) und Kraftstoff (Lektion 7), der Reihe nach abgearbeitet und dann als Ganzes geprüft.
2 — Die Route und ihre Reiseflughöhen
Zeichne die Route auf die Karte: Abflug, Wendepunkte, Ziel und einen Ausweichflugplatz für den Fall, dass das Ziel nicht nutzbar ist. Miss je Teilstrecke den missweisenden Kurs und die Entfernung und wähle dann je Kurs eine VFR-Reiseflughöhe nach der Halbkreisflugregel (Lektion 8).
Schematisch. Kurse sind missweisend und Entfernungen in NM, wie auf der Karte gemessen. Die Ausweich-Teilstrecke (D→E) wird nur geflogen, wenn das Ziel nicht nutzbar ist.
Unser Beispiel verläuft A → B → C → D mit D → E als Ausweich. Jede Teilstrecke hier ist Ostkurs (000–179°), also gilt je eine Höhe ungerade Tausender + 500 ft — wir planen 5.500 ft für die ganze Route. Eine Westkurs-Teilstrecke hätte stattdessen eine Höhe „gerade Tausender + 500 ft“ bekommen.
3 — Die ganze Strecke berechnen
Jetzt rechne den Flugdurchführungsplan für jede Teilstrecke und führe ihn in einen Kraftstoffplan über. Das Winddreieck liefert je Teilstrecke Steuerkurs, Geschwindigkeit über Grund, Zeit und Kraftstoff; die Teilstrecken summieren sich zum Streckenkraftstoff; dann stapeln sich die Part-NCO-Blöcke — Zusatz-, Ausweich- und Endreserve — darauf zum Blockkraftstoff, den du an Bord haben musst. Vergleiche ihn mit deinem ausfliegbaren Kraftstoff, und du hast eine Reserve:
| Teilstr. | Kurs | Entf. | Missw. SK | GS | Zeit | Kraftst. |
|---|
Feste Route (Missweisung 2°O, Rollkraftstoff 3 L, 120 L ausfliegbar). Winddreieck je Teilstrecke → missweisender Steuerkurs, Geschwindigkeit über Grund, Zeit und Kraftstoff; die Teilstrecken zum Streckenkraftstoff summiert, dann die Part-NCO-Reserven. Beispielhafte Werte — nur dein POH und aktuelle Karten zählen.
4 — Die Go-/No-go-Entscheidung
Der Plan ist erst fertig, wenn du dich entscheidest. Kraftstoff ist die wichtigste Prüfung, aber nicht die einzige:
- Kraftstoff — der Blockkraftstoff muss mit Reserve in den ausfliegbaren Kraftstoff passen. Keine oder eine negative Reserve heißt: Beladung verringern, tanken oder neu planen (geringere Leistungseinstellung, näherer Ausweichflugplatz, Tankstopp).
- Landemasse — du verbrennst Kraftstoff im Flug, also prüfe Schwerpunkt und Masse sowohl beim Start als auch ohne Kraftstoff/bei der Landung (Lektion 6). Beide müssen im Bereich liegen.
- Flugleistung — Start- und Landestrecken müssen bei der Dichtehöhe des Tages auf die Pisten passen (Lektionen 1, 2, 5).
- Der Tag — Wetter, NOTAM, Tageslicht, Lufträume. Jede einzelne dieser Größen kann aus einem rechnerisch gültigen Plan ein No-go machen.