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Lektion 10 · Flugleistung & Flugplanung

Flugplanung — Abschluss

Ein vollständiger VFR-Überlandflug von Anfang bis Ende — Masse, Höhen, Flugdurchführungsplan und Kraftstoff zusammengeführt, EASA-PPL-Theorie (Deutschland & Österreich)

⏱ ~20 Min. ✈ SEP · VFR 📋 EASA Part-FCL

1 — Aus vier Fertigkeiten ein Plan

Jede Lektion im Planungsteil hat ein Teilstück gelöst. Der Abschluss fügt sie zu dem einen Produkt zusammen, das ein Pilot tatsächlich zum Flugzeug mitnimmt: ein Flugplan, der zeigt, dass du die Strecke sicher, legal und mit Kraftstoff in Reserve fliegen kannst. Die Teile greifen in einer sinnvollen Reihenfolge ineinander:

Einen VFR-Überlandflug planen — die Reihenfolge der Arbeit
  1. 1
    Masse & SchwerpunktLektion 6
    Innerhalb des Schwerpunktbereichs und unter der höchstzulässigen Startmasse beladen.
  2. 2
    FlugleistungLektionen 2 & 5
    Start- und Landestrecken gegen die genutzten Pisten prüfen.
  3. 3
    Route & ReiseflughöheLektion 8
    Die Teilstrecken zeichnen; je missweisendem Kurs eine VFR-Reiseflughöhe wählen.
  4. 4
    FlugdurchführungsplanLektion 9
    Winddreieck → Steuerkurs, Geschwindigkeit über Grund und Zeit je Teilstrecke.
  5. 5
    KraftstoffLektion 7
    Strecke + Zusatz + Ausweich + Endreserve, gegen den ausfliegbaren Kraftstoff geprüft.
  6. 6
    Letzte PrüfungenVorflug
    Wetter, NOTAM, Landemasse — dann eine klare Go-/No-go-Entscheidung.

Nichts davon ist neu — es sind Masse & Schwerpunkt (Lektion 6), Flugleistung (Lektionen 2 & 5), Reiseflughöhen (Lektion 8), der Flugdurchführungsplan (Lektion 9) und Kraftstoff (Lektion 7), der Reihe nach abgearbeitet und dann als Ganzes geprüft.

2 — Die Route und ihre Reiseflughöhen

Zeichne die Route auf die Karte: Abflug, Wendepunkte, Ziel und einen Ausweichflugplatz für den Fall, dass das Ziel nicht nutzbar ist. Miss je Teilstrecke den missweisenden Kurs und die Entfernung und wähle dann je Kurs eine VFR-Reiseflughöhe nach der Halbkreisflugregel (Lektion 8).

Die Route — drei Streckenteile und ein Ausweichflugplatz
VFR-Reiseflughöhe 5.500 ft · Ostkurs 080° · 24 NM 110° · 20 NM 095° · 28 NM 150° · 16 NM A B C D E Abflug Ziel Ausweich

Schematisch. Kurse sind missweisend und Entfernungen in NM, wie auf der Karte gemessen. Die Ausweich-Teilstrecke (D→E) wird nur geflogen, wenn das Ziel nicht nutzbar ist.

Unser Beispiel verläuft A → B → C → D mit D → E als Ausweich. Jede Teilstrecke hier ist Ostkurs (000–179°), also gilt je eine Höhe ungerade Tausender + 500 ft — wir planen 5.500 ft für die ganze Route. Eine Westkurs-Teilstrecke hätte stattdessen eine Höhe „gerade Tausender + 500 ft“ bekommen.

3 — Die ganze Strecke berechnen

Jetzt rechne den Flugdurchführungsplan für jede Teilstrecke und führe ihn in einen Kraftstoffplan über. Das Winddreieck liefert je Teilstrecke Steuerkurs, Geschwindigkeit über Grund, Zeit und Kraftstoff; die Teilstrecken summieren sich zum Streckenkraftstoff; dann stapeln sich die Part-NCO-Blöcke — Zusatz-, Ausweich- und Endreserve — darauf zum Blockkraftstoff, den du an Bord haben musst. Vergleiche ihn mit deinem ausfliegbaren Kraftstoff, und du hast eine Reserve:

Flugplan — die ganze Strecke berechnen
Teilstr.KursEntf. Missw. SKGSZeitKraftst.
Rollkraftstoff
Streckenkraftstoff
Zusatzkraftstoff (5 %)
Ausweichkraftstoff
Endreserve (30 Min.)
Blockkraftstoff
Ausfliegbarer Kraftstoff
Reserve

Feste Route (Missweisung 2°O, Rollkraftstoff 3 L, 120 L ausfliegbar). Winddreieck je Teilstrecke → missweisender Steuerkurs, Geschwindigkeit über Grund, Zeit und Kraftstoff; die Teilstrecken zum Streckenkraftstoff summiert, dann die Part-NCO-Reserven. Beispielhafte Werte — nur dein POH und aktuelle Karten zählen.

Beobachte, wie der Wind den ganzen Plan durchläuft
Dreh den Wind hoch, und jede nachfolgende Zahl bewegt sich: eine stärkere Gegenwindkomponente senkt die Geschwindigkeit über Grund → die Teilstrecken dauern länger → mehr Kraftstoff verbrannt → die Reserve schrumpft. Eine Änderung wirkt sich auf Steuerkurs, Zeit, Kraftstoff und die Go-/No-go-Entscheidung aus. Deshalb wird der Plan als Ganzes geprüft, nicht Teilstrecke für Teilstrecke.

4 — Die Go-/No-go-Entscheidung

Der Plan ist erst fertig, wenn du dich entscheidest. Kraftstoff ist die wichtigste Prüfung, aber nicht die einzige:

  • Kraftstoff — der Blockkraftstoff muss mit Reserve in den ausfliegbaren Kraftstoff passen. Keine oder eine negative Reserve heißt: Beladung verringern, tanken oder neu planen (geringere Leistungseinstellung, näherer Ausweichflugplatz, Tankstopp).
  • Landemasse — du verbrennst Kraftstoff im Flug, also prüfe Schwerpunkt und Masse sowohl beim Start als auch ohne Kraftstoff/bei der Landung (Lektion 6). Beide müssen im Bereich liegen.
  • Flugleistung — Start- und Landestrecken müssen bei der Dichtehöhe des Tages auf die Pisten passen (Lektionen 1, 2, 5).
  • Der Tag — Wetter, NOTAM, Tageslicht, Lufträume. Jede einzelne dieser Größen kann aus einem rechnerisch gültigen Plan ein No-go machen.

Die Abschlussprüfung
Ein guter Plan beantwortet drei Fragen mit einem klaren Ja: Bleibt sie im Gleichgewicht? (Masse & Schwerpunkt, Start und Landung) · Reicht die Leistung? (Pistenlängen bei der heutigen Dichtehöhe) · Kommt sie an — mit Reserven? (Zeit und Kraftstoff aus dem Flugdurchführungsplan, Block im Ausfliegbaren). Jedes „Nein“ schickt dich zurück ans Neuplanen, nicht zur Piste.

Wissenscheck

Frage 1
Bei der Planung eines VFR-Überlandflugs werden Masse & Schwerpunkt und Flugleistung geprüft:
Frage 2
Jede Teilstrecke der Beispielroute ist Ostkurs, daher ist die gewählte VFR-Reiseflughöhe:
Frage 3
Eine stärkere Gegenwindkomponente auf den Teilstrecken wird:
Frage 4
Dein berechneter Blockkraftstoff übersteigt deinen ausfliegbaren Kraftstoff. Die richtige Reaktion ist:
Frage 5
Warum müssen Schwerpunkt und Masse sowohl bei der Landung als auch beim Start geprüft werden?

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