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Lektion 9 · Flugleistung & Flugplanung

Altimetrie & Reiseflugflächen

QNH, QFE und Standard; die Übergangsschicht; die Halbkreisflugregel für VFR; und die niedrigste nutzbare Flugfläche — EASA-PPL-Theorie (Deutschland & Österreich)

~20 Min. SEP · VFR EASA Part-FCL

1 — Was bedeuten QNH, QFE und Standard (1013)?

Ein Höhenmesser ist nur ein Barometer mit einer Höhenskala. Was er anzeigt, hängt ganz davon ab, welchen Bezugsdruck du auf der Subskala einstellst.

Drei Einstellungen, drei Dinge, die der Höhenmesser anzeigt
Flugplatz Mittlerer Meeresspiegel (MSL) 1013-hPa-Standarddatum QFE QNH QNE / 1013
QFE — zeigt die Höhe über dem Flugplatz
QNH — zeigt die Höhe über MSL
QNE / 1013 — zeigt die Druckhöhe → Flugfläche
  • QNH — eingestellt zeigt der Höhenmesser die Höhe über dem mittleren Meeresspiegel; am Boden zeigt er die Flugplatzhöhe. Das ist deine normale VFR-Einstellung.
  • QFE — zeigt die Höhe über dem Flugplatz; auf dieser Piste zeigt er null. An manchen Plätzen für die Platzrunde nützlich.
  • QNE / Standard (1013,2 hPa, 29,92 inHg) — das gemeinsame Datum, das alle in der Höhe teilen, und liefert die Druckhöhe, abgelesen als Flugfläche (Lektion 1).

2 — Übergang: Höhen unten, Flugflächen oben

Damit alle in der Höhe ein gemeinsames Datum teilen, teilt die Luftfahrt die vertikale Welt an der Übergangshöhe/Übergangsfläche in zwei Teile.

Übergangshöhe, Übergangsfläche & die Schicht dazwischen
Flugflächen — 1013 einstellen Übergangsschicht Höhen — QNH einstellen Übergangsfläche (TL) Übergangshöhe (TA) Im Sinkflug: an der TL QNH einstellen Im Steigflug: an der TA 1013 einstellen

Die TA wird je Staat/Flugplatz veröffentlicht — z. B. Deutschland 5.000 ft, Österreich 10.000 ft.

Unter der Übergangshöhe (TA) fliegst du Höhen auf QNH. Über der Übergangsfläche (TL) fliegst du Flugflächen auf 1013. Dazwischen liegt die Übergangsschicht. Der Wechsel ist ein einziger Knopf: im Steigflug an der TA 1013 einstellen; im Sinkflug an der TL wieder QNH einstellen.

Die TA ist lokal — und veröffentlicht
Die Übergangshöhe wird je Staat oder Flugplatz festgelegt, nicht einheitlich — zum Beispiel Deutschland 5.000 ft, Österreich 10.000 ft (mit örtlichen Ausnahmen). Nutze immer den veröffentlichten Wert; nimm nichts an.

3 — Wie funktioniert die Halbkreisflugregel?

Im Reiseflug über 3.000 ft über Grund wählst du nicht irgendeine Höhe — du fliegst eine Höhe passend zu deinem missweisenden Kurs über Grund, sodass Gegenverkehr stets um 1.000 ft getrennt ist. Zieh am Kurs und sieh:

Halbkreisflugregel — nach missweisendem Kurs wählen
N E S W

Gilt im Reiseflug über 3.000 ft über Grund. VFR-Höhen sind die IFR-Höhe + 500 ft.

Ostkurs (000–179°): ungerade Tausender + 500 ft → 3.500, 5.500, 7.500, 9.500 ft (FL35, 55, 75, 95). Westkurs (180–359°): gerade Tausender + 500 ft → 4.500, 6.500, 8.500 ft (FL45, 65, 85).

Die Eselsbrücke
VFR-Höhen sind einfach die IFR-Höhe + 500 ft. Und die Teilung erfolgt nach dem missweisenden Kurs über Grund (wohin du über Grund fliegst), nicht nach dem Steuerkurs.

4 — Von hohem zu tiefem Druck

Dein Höhenmesser sagt nur dann die Wahrheit, wenn seine Einstellung zur umgebenden Luft passt. Fliegst du von hohem in tieferen Druck (oder von warmer in kältere Luft), ohne neu einzustellen, zeigt der Höhenmesser zu viel an — du bist tiefer, als er anzeigt.

Hoher zu tiefer Druck — Vorsicht
Fliegst du mit einer alten Einstellung in tieferes QNH, zeigt das Instrument mehr als deine wahre Höhe an — gefährlich in Geländenähe. Hol dir unterwegs regelmäßig ein aktuelles QNH von Stationen. Dieselbe Falle gilt beim Flug in kältere Luft als ISA.

5 — Rechenbeispiel & die Prüfungen

Du fliegst missweisenden Kurs 250°, unter der TA, und willst um 6.000 ft im VFR fliegen:

  1. Einstellung: unter der TA → QNH (du fliegst eine Höhe, keine Flugfläche).
  2. Kursband: 250° liegt im Bereich 180–359° → Westkurs → gerade + 500.
  3. Höhe: die Option „gerade + 500“ am nächsten zu 6.000 ist 6.500 ft. (Im Ostkurs wären es 5.500 oder 7.500 gewesen.)

Drei schnelle Prüfungen
1. Unter TA = Höhe auf QNH; über TL = Flugfläche auf 1013. 2. Über 3.000 ft über Grund folgt die Höhe dem missweisenden Kurs (Ost ungerade+500, West gerade+500). 3. Halte das QNH aktuell — von hohem zu tiefem Druck, Vorsicht.

6 — Die niedrigste nutzbare Flugfläche

Zwei Effekte aus §4 — niedriges QNH und kalte Luft — lassen eine Flugfläche tiefer liegen, als sie anzeigt. Wenn du also über der Übergangshöhe auf 1013 wechselst, ist die niedrigste nutzbare Flugfläche nicht fest: sie steigt, wenn Druck oder Temperatur fallen. Daraus ergeben sich zwei alltägliche Rechnungen.

(a) Niedrigste Flugfläche über der Übergangshöhe, aus dem QNH. Eine Flugfläche ist nur nutzbar, wenn ihre wahre Höhe noch über der Übergangshöhe (TA) liegt. Jedes hPa QNH unter 1013 senkt die wahre Höhe einer Fläche um etwa 30 ft (27 ft ist der genaue Wert).

Rechenbeispiel — TA 5.000 ft, QNH 988 hPa (25 unter 1013). Der Druckfehlbetrag ist 25 × 30 = 750 ft, die wahre Höhe einer Fläche liegt also 750 ft unter ihrer Nennhöhe. Die niedrigste Fläche, deren Nennhöhe 5.000 + 750 = 5.750 ft übersteigt, ist FL60. (Bei QNH 1013 hättest du FL50 nutzen können.)

(b) Niedrigste Flugfläche zur Hindernisfreiheit, mit QNH und Temperatur. Über hohem Gelände brauchst du eine wahre Mindesthöhe — das Hindernis plus die Mindesthindernisfreiheit (MOC), 1.000 ft auf der Strecke (2.000 ft über Bergen). Diese Höhe korrigierst du dann nach oben für kalte Luft und niedriges QNH, um die Flugfläche zu finden, die sie liefert. Stell die Zahlen ein und sieh, wie sich jede Korrektur aufstapelt:

Die niedrigste nutzbare Flugfläche bestimmen
Mindest-Wahrhöhe (Hindernis + 1000 ft MOC)
Kälte-Temperaturkorrektur (4 ft / 1000 ft / °C)
QNH-Druckkorrektur (30 ft / hPa)
Erforderliche Druckhöhe
Niedrigste nutzbare Flugfläche

MOC = Mindesthindernisfreiheit (1000 ft auf der Strecke; 2000 ft über Bergen). Kalte Luft und niedriges QNH lassen eine Flugfläche tiefer liegen, als sie anzeigt — beide heben die niedrigste nutzbare Fläche an. Wärmer als ISA gibt nur Reserve und wird hier ignoriert. Das Ergebnis wird auf die nächste 500-ft-Fläche aufgerundet.

Immer die Kälte korrigieren, nie die Wärme
Beide Korrekturen heben die niedrigste nutzbare Fläche stets an: kälter als ISA (≈ 4 ft pro 1.000 ft pro °C) und QNH unter 1013 (≈ 30 ft pro hPa) setzen dich tiefer, als die Fläche anzeigt. Wärmer als ISA lässt dich höher liegen als angezeigt — eine Sicherheitsreserve, daher wird sie für das Minimum ignoriert. Runde die erforderliche Druckhöhe auf die nächste verfügbare Fläche.

Wissenscheck

Frage 1
Mit eingestelltem QNH zeigt der Höhenmesser am Boden:
Frage 2
Die Standard-Druckeinstellung für Flugflächen ist:
Frage 3
Im Steigflug durch die Übergangshöhe solltest du:
Frage 4
VFR-Reiseflug über 3.000 ft über Grund, missweisender Kurs 270°, nahe 6.000 ft — die richtige Höhe ist:
Frage 5
Du fliegst in ein Gebiet mit tieferem Druck, stellst das QNH aber nicht nach. Dein Höhenmesser wird:
Frage 6
Übergangshöhe 5.000 ft, QNH 988 hPa (25 hPa unter 1013). Mit ~30 ft pro hPa ist die niedrigste nutzbare Flugfläche über der TA etwa:
Frage 7
Für die niedrigste nutzbare Flugfläche über einem Hindernis musst du die erforderliche wahre Höhe nach oben korrigieren für:

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