1 — Was bedeuten QNH, QFE und Standard (1013)?
Ein Höhenmesser ist nur ein Barometer mit einer Höhenskala. Was er anzeigt, hängt ganz davon ab, welchen Bezugsdruck du auf der Subskala einstellst.
- QNH — eingestellt zeigt der Höhenmesser die Höhe über dem mittleren Meeresspiegel; am Boden zeigt er die Flugplatzhöhe. Das ist deine normale VFR-Einstellung.
- QFE — zeigt die Höhe über dem Flugplatz; auf dieser Piste zeigt er null. An manchen Plätzen für die Platzrunde nützlich.
- QNE / Standard (1013,2 hPa, 29,92 inHg) — das gemeinsame Datum, das alle in der Höhe teilen, und liefert die Druckhöhe, abgelesen als Flugfläche (Lektion 1).
2 — Übergang: Höhen unten, Flugflächen oben
Damit alle in der Höhe ein gemeinsames Datum teilen, teilt die Luftfahrt die vertikale Welt an der Übergangshöhe/Übergangsfläche in zwei Teile.
Die TA wird je Staat/Flugplatz veröffentlicht — z. B. Deutschland 5.000 ft, Österreich 10.000 ft.
Unter der Übergangshöhe (TA) fliegst du Höhen auf QNH. Über der Übergangsfläche (TL) fliegst du Flugflächen auf 1013. Dazwischen liegt die Übergangsschicht. Der Wechsel ist ein einziger Knopf: im Steigflug an der TA 1013 einstellen; im Sinkflug an der TL wieder QNH einstellen.
3 — Wie funktioniert die Halbkreisflugregel?
Im Reiseflug über 3.000 ft über Grund wählst du nicht irgendeine Höhe — du fliegst eine Höhe passend zu deinem missweisenden Kurs über Grund, sodass Gegenverkehr stets um 1.000 ft getrennt ist. Zieh am Kurs und sieh:
Gilt im Reiseflug über 3.000 ft über Grund. VFR-Höhen sind die IFR-Höhe + 500 ft.
Ostkurs (000–179°): ungerade Tausender + 500 ft → 3.500, 5.500, 7.500, 9.500 ft (FL35, 55, 75, 95). Westkurs (180–359°): gerade Tausender + 500 ft → 4.500, 6.500, 8.500 ft (FL45, 65, 85).
4 — Von hohem zu tiefem Druck
Dein Höhenmesser sagt nur dann die Wahrheit, wenn seine Einstellung zur umgebenden Luft passt. Fliegst du von hohem in tieferen Druck (oder von warmer in kältere Luft), ohne neu einzustellen, zeigt der Höhenmesser zu viel an — du bist tiefer, als er anzeigt.
5 — Rechenbeispiel & die Prüfungen
Du fliegst missweisenden Kurs 250°, unter der TA, und willst um 6.000 ft im VFR fliegen:
- Einstellung: unter der TA → QNH (du fliegst eine Höhe, keine Flugfläche).
- Kursband: 250° liegt im Bereich 180–359° → Westkurs → gerade + 500.
- Höhe: die Option „gerade + 500“ am nächsten zu 6.000 ist 6.500 ft. (Im Ostkurs wären es 5.500 oder 7.500 gewesen.)
6 — Die niedrigste nutzbare Flugfläche
Zwei Effekte aus §4 — niedriges QNH und kalte Luft — lassen eine Flugfläche tiefer liegen, als sie anzeigt. Wenn du also über der Übergangshöhe auf 1013 wechselst, ist die niedrigste nutzbare Flugfläche nicht fest: sie steigt, wenn Druck oder Temperatur fallen. Daraus ergeben sich zwei alltägliche Rechnungen.
(a) Niedrigste Flugfläche über der Übergangshöhe, aus dem QNH. Eine Flugfläche ist nur nutzbar, wenn ihre wahre Höhe noch über der Übergangshöhe (TA) liegt. Jedes hPa QNH unter 1013 senkt die wahre Höhe einer Fläche um etwa 30 ft (27 ft ist der genaue Wert).
Rechenbeispiel — TA 5.000 ft, QNH 988 hPa (25 unter 1013). Der Druckfehlbetrag ist 25 × 30 = 750 ft, die wahre Höhe einer Fläche liegt also 750 ft unter ihrer Nennhöhe. Die niedrigste Fläche, deren Nennhöhe 5.000 + 750 = 5.750 ft übersteigt, ist FL60. (Bei QNH 1013 hättest du FL50 nutzen können.)
(b) Niedrigste Flugfläche zur Hindernisfreiheit, mit QNH und Temperatur. Über hohem Gelände brauchst du eine wahre Mindesthöhe — das Hindernis plus die Mindesthindernisfreiheit (MOC), 1.000 ft auf der Strecke (2.000 ft über Bergen). Diese Höhe korrigierst du dann nach oben für kalte Luft und niedriges QNH, um die Flugfläche zu finden, die sie liefert. Stell die Zahlen ein und sieh, wie sich jede Korrektur aufstapelt:
MOC = Mindesthindernisfreiheit (1000 ft auf der Strecke; 2000 ft über Bergen). Kalte Luft und niedriges QNH lassen eine Flugfläche tiefer liegen, als sie anzeigt — beide heben die niedrigste nutzbare Fläche an. Wärmer als ISA gibt nur Reserve und wird hier ignoriert. Das Ergebnis wird auf die nächste 500-ft-Fläche aufgerundet.